SABINE WILD - SIGHTSEEING

12. Dezember 2008 - 21. Februar 2009

Sabine Wild: Berlin, 2008, Lambdaprint auf Aludibond, 100 x 220, Auflage 3

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Vernissage am 11. Dezember 2008 um 19 Uhr

Die Photographie von Sabine Wild gewinnt durch die digitale Bearbeitung eine Wirkung, die am Besten mit der Spontaneität gestischer Malerei vergleichbar ist. In ihre Stadtbilder gerät so eine Geschwindigkeit und Leichtigkeit, die die heitere Stimmung einer Sightseeingtour künstlerisch zum Ausdruck bringt. Unterstützt wird dieser Eindruck in der Ausstellung durch die Wahl der Motive aus New York, Berlin und Stuttgart. Die Verunklärung der Details in scheinbar pastoser Ölfarbe, läßt das einzelne Bauwerk in der Wirkung zurücktreten, zugunsten der städtebaulichen Situation oder des einzelnen Baukörpers im Stadtraum. Die nüchterne Kälte einer Glasfassade wird durch Malerei emotional überlagert. Gleichzeitig verweigert die digitale Malerei die persönliche Geste, das was Harold Rosenberg die Spur des Künstlers genannt hatte. So stehen die zumeist menschenleeren Stadtbilder von Sabine Wild im Zentrum mehrerer Spannungsfelder, zwischen präziser Photographie und gestischer Malerei, zwischen technischer Perfektion ohne physische Berührung des Subjekts und der vermeintlichen Spuren des Subjektiven, zwischen Vernunft und Gefühl.